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Eine Barackenkindheit

Als Flüchtlingskind im Nachkriegsdeutschland

Wolfgang Eismann
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19.90

Mit den vorliegenden Geschichten findet Wolfgang Eismann eine Form zwischen Bericht und autofiktionalem Erinnern, die die raue und harte Realität einer Kindheit in einem norddeutschen Barackenlager Ende der 40er-Jahre beschreibt. Der kleine Müser wird in seinem Umfeld konfrontiert mit brachialer häuslicher Gewalt, Alkoholismus und nivellierender Armut, erlebt aber auch Hilfsbereitschaft und moralische Vorbilder. Auch die Beziehung der deutschen Kriegsflüchtlinge zu den amerikanischen Besatzern wird in eindrucksvollen wie heftigen Episoden greifbar. Der Text erzählt von Widersprüchen, die den Jungen beschäftigen und seine politische Orientierung prägen – wie etwa die Schutzbehauptungen der Familie über die nationalsozialistische Vergangenheit, welche er erst im Erwachsenenalter zur Gänze als solche enttarnen kann. Diese Geschichten geben einen plastischen, lebendigen und authentischen Einblick in ein literarisch unterbelichtetes Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte, das gerade durch das Fehlen von Sentimentalität wie auch Anklage seine eindringliche Kraft erhält.

Wolfgang Eismann, geboren 1942, ist ein Flüchtlingskind. Er verbrachte die Nachkriegsjahre in Westdeutschland. Nach Schule und Studium und mehreren Auslandsaufenthalten unterrichtete er slawische Sprachen und Literaturen an mehreren deutschen Universitäten. Ende der 80er-Jahre folgte er einem Ruf an die ­Grazer Universität. Derzeit lebt er als Emeritus in der Nähe von Graz.

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Buchdetails

Reihe
(
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Erschienen
06/2026
ISBN
978-3-903484-97-9
Open Access DOI
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